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Tag Archives: C.G. Jung
dreaming imagening II – AFTER LIFE (1998)
Die Oper, die ich letzte Woche besucht habe, kommt mir im Sinn. Es handelt sich um eine Bewerkung vom japanischen Film “after Life”.
Tote Menschen haben 3 Tage um eine Herrinnerung auszuwählen. Diese wird die einzige Herrinnerung die sie vom Leben in den Tod mitnehmen. Die ganze Geschichte dreht sich um diese schwierige Wahl. Wenn sie sich am Ende sicher sind, wird diese Herrinnerung gefilmt. Und zwar mit den Herrinnerenden im alter und Zustand vor seinem Tod als Hauptdarseller. Auch wenn die Action sich in der Kindheit abspielt. Die Ursache hier, dass ein Erlebnis im Leben festgehalten wird, scheint mir eigentlich weniger wichtig als die Ursache, das jeder Tote ultimativ als Projektion in seiner eigenen Projektion als Bild übrig bleibt. Also als Traum.
Vielleicht kannst du den Film downloaden. Ich hab den damals im Kino gesehen.
dreaming imagening I – C.G. Jung
Es wird oder wurde gerade ein unbekanntes Buch von Jung veröffentlicht, in dem er (genau wie auch sein Lehrer Freud) seine Träume oder Visionen – bei Jung, der mir hochgradig psychotisch gewesen zu scheint, offenbar eher letzteres – aufgeschrieben hat, aber eben nicht nur aufgeschrieben:
“Er gestaltete sie eigens aus, dank seiner Methode der “aktiven Imagination”, die er auch seinen Patienten empfahl: “Sie sollten versuchen, selbst in das Bild hineinzugelangen – zu einer seiner Figuren zu werden. Als ich zuerst damit begann, sah ich Landschaften. Dann lernte ich, mich in diese Landschaft hineinzustellen, und die Figuren pflegten mit mir zu sprechen und ich ihnen zu antworten.”
Und weiter:
“Träume und Visionen widerfahren einer Person ja nicht nur; sie ist auch lenkend daran beteiligt. “Klarträume” in denen der Träumer in sein inneres Bilderleben wie ein Regisseur eingreift, sind nur der Extremfall. Zweifellos ist Jungs “aktive Imagination” eine explizit lenkende Methode. Der große Visionär Jung dürfte ein mindestens ebenso großer Visionslenker gewesen sein, und zu seinem Glück wird sich beides nie genau auseinander halten lassen.”
Ich bin einfach nie darauf gekommen, dass das Träumen ja das beste Beispiel und gewissermaßen die eigentliche Form der erweiterten ästhetischen Erfahrung ist. Jungs Methode macht für mich mit einem Schlag klar, worum es geht. Genau das ist es, und nichts anderes. Aktive Imagination.
Und auch, die Frage der Wahrhaftigkeit, die hier gestellt wird (Visionen haben oder Visionen lenken) ist die gleiche: ist das, was ich in einem Kunstwerk sehe eigentlich wichtig? Gibt es eine Realität des Werkes IN MIR, also quasi das äquivalent zum traum?
Bitte denk mal darüber nach. Was sind Träume für unsere Fragestellung? Wie aktiv bist du in deinen Träumen? Wie groß ist die Distanz? Kontemplation, Teilnahme, Kreation?
Vielleicht hilft das Thema Traum uns dann auch endlich mal auf den gleichen Nenner in diesem ganzen Projekt zu kommen.
