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CATALOG ENTRY: DECEMBER No 1

WE ARE TOGETHER – DEATH IN DOCUMENTARY ART

WE ARE TOGETHER is a documentary about an orphan school in south-africa and its choir. The main focus of the film is on one family of – i believe – five children, all orphans due to the AIDS epidemic. Three of the kids are living in the orphanage, three are living in the parent’s house. Sometime during the film, we learn that the oldest brother, who still lives at home, is suffering from AIDS symptoms too. He is brought to hospital and soon after released with some AIDS medicine to be treated at home by his sisters. The plot of the film is not him or his illness, but how the kids from the orphanage choir are preparing for a concert tour to the UK. So the brother is more of a side plot.

When he is released from hospital, the sister carries him on her back home to the parent’s house. The camera follows their walk for some time, along the dusty, red sand roads alongside dry bushes, walking right behind them, as if we (camera) were part of a caravan or some hiking team, all walking in a line.

After that the film documents the brothers last days at the house, showing him in bed, and the sisters walking about the two rooms of the house, bringing him water and helping him, when he has to vomit. The camera is among them, somehow accompanying but also being a bit in the way, in between things and people. It made me feel like being a visitor trapped in an akward situation. As if being invited to a dinner and than something unforeseen happens – like a martial argument – and you have to stick around to be polite while being totally out of place. There is also a scene where the sisters sing for the brother – bringing back the central theme of the film – and the brother discussing the song with them.

We watched the film at home, on our tv and paused it roughly at that moment to go to the kitchen to do one thing or the other. I remember asking AL during the scene where the brother is released from hospital, if he was now to die. I was already somewhat irritated by then and was fearing there would be more display of suffering ahead – which there was. In the kitchen I remember thinking whether to continue watching or not and mostly, how to tell her if i should decide not to, as i was wrongly assuming she really liked the film and the scene.

What was the reason for my irritation? I greatly resented watching the dying of this man. particularly because I felt like stumbling into this, since it was not the main plot but rather an unforeseen (by me) development of the story. The back-carrying-scene particularly made me feel like a passive on looker while feeling the moral obligation to be an active helper instead. The same of course goes for the following scenes. I have an absolute certain emotional position towards this kind of representation of death: i think it is wrong. I have a hard time watching it, always had, and – as in this case – even physically resent looking at the screen. I have discussed this issue with some people afterward but have not been able to come to a satisfying moral law or argument for my emotional position.

The closest i came to such an argument was saying, that the representation of factual dying makes us passive bystanders and thereby forms a sort of bond of agreement or at least of passivity with the situation (with death). This is untouched by whether the dying is the result of an act of violence – it always is, is it not? – whether it is condemned on moral grounds. Whether you think Ceaucescu deserved the rope or not is beside the point. You become a teammate of the hangmen. What does this mean in moral terms? Is it a question of thinking death to be a shame or a natural part of life? Why do i resent becoming a part of the situation? Because i can not deal with death in general, am afraid of the presence of death? I assume that it is because of this awkward and peculiar mixture of involvement and distance: i feel on the one side involved and unable to react or console the people in the scene.

SAMMLUNG BLACK CUBE

SAMMLUNG BLACK CUBE

- Inszenierung von Bedeutungslosigkeit

- Alterität – Andersartigkeit

- Verweigerung der Extase / Bewegungsrichtung nach innen

- Der Kubus sieht von außen aus wie von innen – vermuten wir! – Hülle oder Volumen / Negative Space

- Präsenz statt Signifikanz

- Jedes Objekt wird eingeteilt nach drei Kategorien: Signifikanz, Funktion, Präsenz. Das gilt für Kunstwerke wie für Menschen.

- Angst und Empathie

- Präsenz ermöglicht Empathie, d.h. die Wertschätzung des Dings/Wesens an sich.

- Wir spiegeln uns in Objekten mit starker oder reiner Präsenz unabhängig von ihrer visuellen Ähnlichkeit.

- Ich erkenne eine Charakteristik die wir teilen, die jenseits der Form liegt, also keine Antropomorphie ist.

- der Kubus markiert die Grenze zur Bedeutungslosigkeit, bzw. ist ein Index auf einen Zustand der leeren Signifikanz. = Nirvana (nir=kein; van=bewegung: Bewegungslosigkeit, Stille der Zeichen), Tod, Einheit, Auflösung

- Dreidimensional vs Zweidimensional – Das Loch im Raum.

- Werk als Vorstellung oder Idee statt als Erlebnis

– Das Verhältnis von Abbild, Beschreibung und dem Werk an sich.

- leeres Zentrum: Die Kabah als Nicht-Abbildung, die das Zentrum bildet aber nichts enthält.

Dem Kubus, der keine Narration hat, eine Narration geben und dadurch seine Spezifik zu zerstören.


Die Unruhe im Angesicht des Kubus zu kommunizieren.


wie weiter? – 3. Teil – Lyotard und das Erhabene

Zu deiner Bemerkung, dass es bei unserem Gegenstand einfach um das Nicht-Repräsentierbare ginge, zwei Anmerkungen:

Zum einen ist der Begriff der Unmöglichkeit der Darstellbarkeit fraglich, wenn man mit Ranciere argumentiert. Das haben wir hier schon Mal sehr schön zusammengefasst. Darstellbarkeit ist demnach immer eine Frage der Vereinbarung. Was ist zum Beispiel eine Zeus-Statue? Eine Darstellung göttlicher Kraft, des Transzendenten, oder das Bildnis eines Mannes? Ich würde Lyotard in dem Punkt genau mit Ranciere kritisieren wollen.

Die andere Anmerkung betrifft die Perspektive: Lyotard argumentiert hier aus der Produktionsperspektive, aus der Perspektive der künstlerischen Intention. Aber das Erhabene ist m.E. vor allem eine phänomenologische Kategorie, etwas, das erlebt wird. Wenn ich das Erhabene erlebe, dann erlebe ich vermutlich etwas, das die Begriffe übersteigt, aber nicht die Erfahrung. Die Erfahrung mache ich aber mit dem Werk und mit seinen künstlerischen Strategien. Ist es also nicht viel eher so: Das Erhabene ist die Möglichkeit der Repräsentation, die keinen Begriff findet, also jenseits des Begriffs stattfindet. Lyotard sagt genau das Gegenteil: “wir haben einen Begriff von der Totalität der Dinge, können sie aber nicht abbilden.” In dem er das sagt, beweist er ja, dass es – in diesem speziellen Fall – einen Begriff gibt. Nämlich: Totalität der Dinge. Was wäre nun seine Abbildung?

Ich glaube, die Frage muss weniger sein, was stellt das Erhabene dar, also was bildet es ab, sondern welcher Art sind die Darstellungsmittel, dass sich die Sensation des Erhabenen einstellt? Also liegt Erhabenheit nicht im Gegenstand sondern in der Form. Es geht nicht darum, etwas bestimmtes darzustellen (oder daran zu scheitern), sondern darum, eine Darstellungsform zu finden, die den Gegenstand überflüssig werden lässt, die reine Form ist. Das würde auch erklären, warum das Erhabene mit dem Mittel der Abstraktion erzeugt wird.

Aber noch mal zurück zu deiner Annahme, dass es bei der Permeabilität um Momente geht, in denen die Repräsentation zu kurz kommt. Zu kurz kommt, bezogen worauf? Es ist doch viel eher eine Erweiterung der Repräsentation als ein Zu-Kurz-Kommen, oder? Wir sagen zwar, Permeabilität kann auch durch defekte Repräsentation entstehen. Aber da scheitert ja kein künstlerischer Wille an seinem Gegenstand, sondern die Sensation der Verunsicherung ergibt sich quasi als Nebenprodukt. Die Permeabilität erschafft etwas schwer benennbares, indem sie aus dem Rahmen der Repräsentation heraustritt, aber über den Gegenstand dieser Repräsentation ist damit noch nichts gesagt.

Wie weiter 2

Wie weiter 1

wie weiter? – nach den arbeitswochenenden in amsterdam und mannheim

ich habe lange über unsere – wie du schreibst legendärischen – gespräche nachgedacht und will seitdem versuchen, nochmal ein ganz neues konzept zu schreiben. ein gewisses problem bei unserer zusammenarbeit ist, m.E., dass wir nicht gemeinsam schreiben. ich jedenfalls, kann das nur sehr schlecht, und da ich das problem schon öfters hatte, mache ich es inzwischen auch nicht mehr. ich muss mir die dinge ein paar tage durch den kopf gehen lassen und dann kann ich solche konzepte relativ schnell und gut niederschreiben. aber ich kann das nicht kollektiv machen und koppel mich dabei immer auch etwas ab. es ist dann meine sichtweise, meine worte. vielleicht täusche ich ich auch, aber ich sehe da ein problem, weil wir m.E. zu wenig intensiv über genau diese texte kommunizieren. ich will jetzt auch noch mal ganz genau auf deinen letzten text antworten. ich glaube wir müssen sehr genau und wort-für-wort arbeiten, wenn wir wirklich zu einer tragfähigen gemeinsamen arbeitsbasis kommen wollen. jedenfalls werde ich diese woche noch mal den versuch eines anderen konzepts machen, dass weniger behauptet und mehr umkreist, oder assoziativ vorgeht. vielleicht ist das produktiver.

wie weiter 2

wie weiter 3